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Rassegna della stampa

Raccolta di testi pubblicati su giornali e riviste

 
23-11-2009
Eingespieltes Paar: Renata Stavrakakis textet, Marco Zappa komponiert. Bild: marcozappa.ch
Kultur - 23.11.2009
"Schreiben ist bauchgesteuert"



Die Musikerin Renata Stavrakakis im Gespräch über das Texteschreiben, die Zusammenarbeit mit Ehepartner Marco Zappa und das Deutschschweizer Publikum.
Eva Hirschi
Wie ist es, mit dem Ehemann zusammen an neuen Stücken zu arbeiten?
Renata Stavrakakis: Es ist nicht immer einfach. Manchmal ist es schwierig, einen gemeinsamen Konsens zu finden. Wir haben zum Teil sehr verschiedene Meinungen. Am schwierigsten ist es, Kritik zu ertragen. Schliesslich ist die Musik etwas sehr Persönliches, Intimes. Und die Kritik dann auch noch vom Ehemann zu bekommen, ist nicht einfach. Wir sind allgemein sehr hart miteinander, doch so kommen wir voran. Ausserdem ist die Musik so vielfältig, das ist das Schöne, da findet man immer einen Weg.
Wo trittst du am liebsten auf?
In Kleintheatern, vor einem kleinen Publikum. Das ist persönlicher. Wenn man sich nachher noch mit den Leuten austauschen kann, ist das sehr bereichernd. Am liebsten gebe ich Konzerte in der Deutschschweiz. Hier ist das beste Publikum, sie sind aufmerksam, wohlwollend, sie nehmen die Musik völlig auf. Vielleicht sind sie manchmal ein bisschen zurückhaltender als beispielsweise die Tessiner, dafür achten diese weniger auf den Inhalt der Musik. In Griechenland ist es noch einmal was anderes, dort ist es schwierig, die Menschen mit fremder Musik zu erreichen.
Was kommt bei dir zuerst – die Musik oder der Text?
Der Text. Ich schreibe oft Texte, nicht nur für Lieder. Marco ist mehr der Musiker, so ergänzen wir uns sehr gut. Manchmal beginne ich, etwas zu singen und er versucht, mich dazu zu begleiten. Die Lieder entstehen oft aus der Improvisation.
Wie entstehen deine Liedtexte?
Der Text schlummert meistens schon irgendwo in mir. Und manchmal geht eine Türe auf, und der Text ist da, platsch, in einem Guss, schon fertig. Das war zum Beispiel bei dem Lied so, das ich über meine Mutter geschrieben habe ("Hey Mueter!"). Diese Erfahrungen, Erlebnisse haben auch irgendwo in mir geschlummert und einmal, vor dem Schlafen, war der Text plötzlich da. Es ist wie ein Geschenk. Aber ich kann nicht sagen, dass das meistens zu einer bestimmten Tageszeit ist. Es hat mehr mit Situationen zu tun, mit Assoziationen. Schreiben ist bauchgesteuert. Nur einmal habe ich kopfgesteuert geschrieben, da hatte ich nur einen Satz, von dem aus ich dann das Lied drum herum konstruiert habe .
Worüber schreibst du am liebsten?
Über persönliche Erfahrungen, Beziehungen einer entstehenden Gefühlswelt. Eigentlich oft über das zwischenmenschliche Wechselspiel. Ich schreibe aber keine Liebeslieder, das kann ich nicht. Meine Texte brauchen immer eine gewisse Problematik.

Nächste Woche: Der Tessiner Musiker Marco Zappa im Gespräch.
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