https://mobirise.com/

Rassegna della stampa

Raccolta di testi pubblicati su giornali e riviste

 
21-03-2017
TagesAnzeiger «Musik machen ist wie Malen» Mit Marco Zappa sprach Carmen Roshard
Marco Zappa feiert sein 50-Jahr-Bühnenjubiläum mit einer CD-Taufe. Der Cantautore fühlt sich noch immer inspiriert.

Was treibt Sie mit 68 Jahren an?
Die Bühne, das Publikum, meine Instru- mente und mein Tonstudio sind starke Kräfte, die mich zum Komponieren, Ar- rangieren und auf neue Ideen bringen. Die Interaktion zwischen der Musik und mir ist eine Emotion, die niemals stirbt.

Was darf das Zürcher Publikum in der Lebewohlfabrik erwarten?
Ich liebe den direkten Kontakt zum Pu- blikum, und die Lebewohlfabrik erlaubt das. Intime, warme, bluesige, ethnische, akustische Musik, mit sehr wichtigen und aktuellen Texten. Gute Musiker und eine absolut mitreissende Atmosphäre.

Sie sind Multiinstrumentalist. Haben Sie ein Lieblingsinstrument?
Klavier habe ich als Kind spielen müs- sen, brach das Studium aber nach zwei Jahren ab. Mundharmonika und Gitarre waren meine ersten Lieblingsinstru- mente. Ich habe sie überallhin mitge- nommen. Und in jedem Land, in dem ich Konzerte gab und mit neuen Musi- kern spielte, sind neue Instrumente da- zugekommen: Sitar aus Indien, Busuki aus Griechenland, Laute aus Kreta, Cif- teli und Klarinette aus Albanien, Bas- prim aus Serbien, Hammond aus den USA, Charango aus Peru, Flöten aus Ir- land, Baglama aus der Türkei und viele mehr. Für jeden Song brauche ich das richtige Instrument und die richtige Sprache, um das Stück rüberzubringen.

Können Sie von Ihrer Musik leben?
Ich bin meinen Eltern im Nachhinein dankbar, dass sie mich Musik machen liessen, aber darauf bestanden, dass ich einen richtigen Beruf erlerne. So habe ich an der Uni Milano in Psychoanalyse doktoriert. Der Mensch interessierte mich schon immer. Ich hatte während 38 Jahren ein kleines Pensum als Musik- und Italienischlehrer an der Scuola Me- dia von Minusio. Nebenbei habe ich kon- zertiert, war im Tonstudio und bin her- umgereist. Seit acht Jahren mache ich nur noch Musik und geniesse es sehr.

Wie hat die Begegnung mit Ennio Morricone Ihre Musik beeinflusst?
Ich habe bei Ennio Morricone Kurse besucht, und in dieser Zeit war ich auch mit Filmmusik beschäftigt. Dank meines Freundes, des Zürcher Elektropioniers und Jazzsaxofonisten Bruno Spoerri. Das Wichtigste, das ich gelernt habe: Musik
machen ist wie Malen. Musik muss Emotionen wecken und tief aus einem selber kommen, ohne Kompromisse.

Hilft Ihnen Ihre Ausbildung als Psychologe beim Texten?
Ja, sehr. Meine Texte beschreiben das Leben, verschiedene Situationen, in denen wir reagieren müssen, um Probleme zu meistern. Mein neues Album heisst deshalb auch «Punt e barrier» (Brücke und Barriere). Psychologie ist wichtig, um sich selber zu verstehen.

Schon früh ritten Sie auf der Elektrowelle. Sind Sie wieder zu Ihren Wurzeln zurückgekehrt?
Ich habe das Musical Instrument Digital Interface (Midi) und die digitale Revolution erlebt. Jede Art Musik, jedes Instrument hat etwas, das man erkennen muss. Das reizt mich immer noch. Meine aktuelle Musik ist eine Synthese von al-
lem, was ich je gemacht habe. Und die bringe ich akustisch auf die Bühne.

Was ist die Botschaft ans Publikum?
Ich will etwas Wichtiges mitteilen und etwas Wichtiges zurückbekommen. Das passiert fast immer, und das treibt mich auch mit 68 Jahren noch an.

Gibt es ein Musikgenre, Musical zum Beispiel, in dem Sie sich noch nicht versucht haben?
Wenn eine Art von Musik mir die Möglichkeit gibt, etwas zu erzählen, wofür ich lebe und das ich spüre, dann bringe ich sie in meine Musik ein, ohne Grenzen und Vorurteile.
Über ein Zappa-Musical würde ich mich freuen, aber das sollte ein anderer schreiben!

Marco Zappa & Friends, CD-Taufe in Kulturclub Lebewohlfabrik,
22. und 23. März, 20 Uhr.
web design by danisoftworks