https://mobirise.com/

Rassegna della stampa

Raccolta di testi pubblicati su giornali e riviste

 
09-06-2014
Kornhaus Frick: Marco Zappa und seine Musikanten servieren «PolentaEPess»
Frick
Aktualisiert am 09.06.14, um 12:51 von Ingrid Arndt

Quelle: Ingrid Arndt

Wunderschöne alte und neue Geschichten aus ihrer Tessiner Heimat hatten die Musiker Marco Zappa, Renata Stavrakakis, Ginger Poggi und Ilir Kryekurti bei ihrem Besuch im Kornhauskeller Frick mitgebracht von Ingrid Arndt
Die Künstler erzählten, sangen und spielten von der Vergänglichkeit der Poesie des Alltags der Menschen, von Dingen, die heute fast vergessen sind, von teils etwas verrückten Begebenheiten, von Familie, Liebe, von der immer grösser werdenden Kluft zwischen arm und reich, von Ungerechtigkeit und der ewigen Gier nach Geld. Es sind Geschichten, die sich die Künstler erzählen liessen, die sie in Gesprächen erfuhren oder auch lasen. Marco Zappa schrieb Text und Noten dazu, denn er möchte, dass diese alten Wurzeln im neuen Rhythmus die populäre Kultur des Tessins bereichern.
Mit unbändiger, italienischen Lebenslust und sprühendem Temperament konnten die Künstler das Publikum sofort begeistern und mühelos in ihr Programm einbeziehen.
Auf einer unendlichen Vielzahl von Instrumenten von Bouzouki, Ticino, Banjo über diverse Gitarren und Holzflöten bis hin zu Organetto und Waschbrett präsentierten sie mit viel Witz, Ironie und herrlichen Ideen einfühlsam packend ihr neuestes Programm «PolentaEPess». Dieser Titel setzt sich aus zwei Worten zusammen, nämlich aus Polenta und Fisch, einem Essen, das früher oft auf die Teller armer Leute kam.
Unterwegs im sonnigen Tessin
Die Musikanten nahmen ihre Zuhörer mit auf einen musikalischen Spaziergang durch das sonnige Tessin, hatten mal fröhliche, mal nachdenkliche, immer aber spannende Begegnungen parat, die mit Schalk, Humor und einem richtigen Schuss Ironie daherkamen. Sie verbreiteten einen intensiven Duft nach Basilikum, liessen am Wegesrand eine alte Mühle klappern, die danach rief, so erhalten zu bleiben, wie sie ist und nicht der Moderne weichen zu müssen.
Ein alter Mann kehrte nach vielen Jahren aus Argentinien nach Hause zurück und zeigte seinen nach einem grossen Erbe gierenden Verwandten nur eine lange Nase. Charmant hüpften die Noten aus Renatas Flöten, Marco liess seine Lieder feurig tanzen, flirtete mit Gitarre und kretischer Laute. Ginger hatte neben seinem Spiel auf unterschiedlichsten Schlagzeugen auch jede Menge Clownerie dabei, gab süffisant den Leichenbestatter, der gewieft, leider erst im Tod, den Armen zu ein wenig Gerechtigkeit verhilft.
Sie sangen mit Schwung vom Wahn, immer perfekt sein zu müssen, von der Rolle der Grosseltern, zeichneten Stimmungen voller Leichtigkeit und Zauberkraft, waren mal spöttisch frech aber auch einfühlsam. Sie verstanden recht gut die alten Männer am Strand, die sehnsuchtsvoll melancholisch der jungen, schönen Palmira bei ihrer Arbeit zuschauen. Aber auch hier startete nach wenigen Takten wieder die Lebensfreude durch.
Vehement am Schluss der Applaus, so dass sich die Besucher noch über zwei Zugaben freuen konnten.
Die Künstler
Marco Zappa, 1949 in Locarno geboren, gehört zu den produktivsten und vielseitigsten Künstlern in der Schweizer Musikszene. Er ist in der Klassik genauso zuhause wie im Jazz oder in der Volksmusik. Als Arrangeur, Sänger, Komponist und Produzent interessiert ihn vor allem die Tessiner Kultur.
Die 57-jährige Renata Stavrakakis wuchs im Kanton Aargau auf, nahm früh Gesangs-und Flötenunterricht, wurde Lehrerin, ging viel auf Reisen, hatte intensiven Kontakt zur Kultur Griechenlands. Später bahnte sich eine belebende berufliche und persönliche Beziehung zu Marco Zappa an, die bis heute anhält. Gemeinsam haben sie zahlreiche Auftritte im In-und Ausland, ihr Duo komplettieren sie mit unterschiedlichen Künstlern.
(az Aargauer Zeitung)
web design by danisoftworks