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Rassegna della stampa

Raccolta di testi pubblicati su giornali e riviste

 
04-05-2001
Zofiger Tagblatt
'Unsere Musik versteht jeder'

Interview

Marco Zappa macht an zwei Abenden in Schöftland Aufnahmen für eine CD

Heute Freitag und morgen Samstag ist der Tessiner Liedermacher Marco Zappa mit seinem Quartett in Schöftland,um Live-Aufnahmen für eine CD zu machen. Im Interview spricht Zappa über seine Beziehung zum Härdöpfuchäuer, seine Zofinger Wurzeln, seine Musik und darüber, dass man seine Lieder auch ohne Italienischkenntnisse versteht.


Wie kommen Sie als Tessiner Musiker dazu, in Schöftland Aufnahmen für eine CD zu machen?

Marco Zappa: Die beiden Aufnahmen von Freitag und Samstag sind die letzten von insgesamt sechs Konzerten, unter anderem auch bei Dimitri in Verscio, aus denen im Sommer die neue Live-CD gemixt wird. Sie kommt im September heraus. Den Härdöpfuchäuer kenne ich von früheren Konzerten her. Es war hier immer eine stimmige Atmosphäre. Für Live-Aufnahmen mit akustischen Instrumenten brauche ich genau solche ganz kleine, intime Lokale und ein freundliches Publikum.

Sie singen italienische Lieder und auch solche in ihrem Tessiner Dialekt. Muss man diese Sprachen verstehen, um etwas vom Konzert zu haben?

Zappa: Unsere Musik versteht jeder, denn sie ist nicht nur Begleitung. Es ist absolut nicht nötig, Italienisch zu verstehen, zumal ich jeweils in meinem Tessiner Schwyzerdütsch – meine Grosseltern waren aus Zofingen – eine kurze Einführung in den Inhalt der Stücke gebe. Im Zentrum steht die Musik meiner Band, und in diesem Sinne ist auch die Sprache, das Italienische, ein Instrument.

Sie haben ein eigenes Tonstudio. Was reizt Sie daran, eine Live-CD einzuspielen?

Zappa: Die letzte CD habe ich mit gegen 50 Musikern gemacht, mit Streichern, Schlagzeug und Chor. Diesmal solls auf der CD tönen wie auf der Bühne: freier, mit der Möglichkeit für die Musiker und die Musikerin, zu improvisieren. Da ist der Kontakt mit dem Publikum entscheidend.




Können Sie etwas über den Inhalt des Programms verraten?

Zappa: Auf allen meinen 23 seit den Sechzigerjahren erschienenenTonträgern steht der Mensch im Zentrum, so natürlich auch bei dieser. Das aktuelle Programm, mit dem wir in der Deutschschweiz, im Tessin, in Italien und in Deutschland auf Tournee sind, heisst 'QuantiAmori' und vereinigt 15 Liebeslieder. Im Gebiet der Cinque Terre in Liguria, Italien, gibt es einen 'Sentiero dell'Amore', einen Pfad der Liebe. Wer will, kann auf diesem Wanderweg seine Geschichte notieren, auf einem Felsen beispielsweise. Ich war vor einem Jahr mit meinem Notebook dort und habe mehr als 100 dieser Liebesgeschichten aufgeschrieben. Daraus entstanden die 15 Lieder.

Liebeslieder der süssen Art?

Zappa: Nein, nein, der Himmel ist nicht immer voller Geigen; es gibt auch problematische Situationen, menschliche Lebenssituationen, die mich inspiriert haben, die Einsamkeit beispielsweise. Traurige Geschichten, aber auch komische, ja groteske.

Wie lässt sich die Musik des Marco Zappa Quartetts beschreiben?

Zappa: Wir spielen zu viert mit akustischen Instumenten. Viel Rhythmus ist drin und Lebendigkeit. Irina Simoneta (Gesang, Querflöte und Perkussion), Danilo Boggini (Akkordeon, Klavier) und Lucio Zaninotto (Gesang, Bass) sind meine jungen Mitmusiker. Ich bin für Text und Musik verantwortlich, singe, spiele verschiedene Gitarren, Mandola und auch Mundharmonika. Zu erwarten ist eine Synthese aus 40 Jahren Musikerfahrung mit Einflüssen aus Folk, Rock, Jazz und klassischer Musik.

Peter Weingartner


Zur Person

Marco Zappa wird am 14. März 1949 in Locarno geboren. Mit sieben beginnt er Klavier zu spielen, entdeckt aber bald darauf seine Liebe zur Gitarre. 1964, noch während der Schulzeit, gründet er seine erste Band mit dem Namen 'Teenagers'. Die Erfahrungen, die er in dieser Zeit macht, haben einen wesentlichen Einfluss auf sein heutiges Musikschaffen. Zappa schliesst 1974 sein Psychologiestudium in Mailand ab. 1975 kommt Zappas erste LP mit dem Namen 'Change' heraus. Damit startet er seine Solokarriere. Mit einer Einladung 1981 ans Jazz Festival in Montreux wird Zappa einem grösseren Publikum bekannt und seine Tourneen werden umfangreicher. 1991 komponiert er Musik für einen Film von Ueli Strebel. Grossen Anklang hat auch das Programm 'Schweizer sein Etre Suisse Essere Svizzeri' gefunden, das er zusammen mit Michel Bühler und Franz Hohler auf die Beine gestellt hat.
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